Routenplan zur atomwaffenfreien Welt

Globale Nulllösung findet breite Unterstützung, aber auch Gegner

  • Von Wolfgang Kötter
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die Tagesordnung der am Freitag begonnenen Münchener Sicherheitskonferenz enthält ein für diese Veranstaltung ungewöhnliches Thema: »Die Atomwaffenfreie Welt«. Ein Doppelquartett deutscher und US-amerikanischer Politikveteranen hatte das Ziel bereits propagiert, bevor sich Barack Obama die Vision zu eigen machte. Nun wollen sie ihren Nachfolgern erläutern, warum das Projekt nicht nur realisierbar, sondern für das Überleben der Menschheit unerlässlich ist.

Der Traum von einer Welt ohne Atomwaffen sei verführerisch, berge aber viele Gefahren, meinen die Skeptiker. Er sei eine Illusion, die nicht zu einer besseren, sondern zu einer gefährlicheren Welt führen würde. Zwar wäre es theoretisch denkbar, sämtliche Atomsprengköpfe zu verschrotten. Das Wissen um die Produktion von Nuklearwaffen ließe sich aber nicht auslöschen. Niemand könne zudem die Gewähr dafür übernehmen, dass nicht irgendein Machtbesessener in einer nuklear entwaffneten Welt heimlich an der Bombe bastelt. Gefährlicher würde die Welt auch deshalb, weil der Verzicht auf die Atombombe die konventionelle Rüstung ankurbeln würde. Wo Abschreckung schwinde, wachse die Bereitschaft zum Konflikt mit Panzern, Bombern, Maschinenpistolen und Panzern, möglicherweise sogar mit biologischen und chemischen Waffen. Darum müssten Nichtverbreitung und die Reduzierung der Atomarsenale Ziele der Politik sein, nicht aber »Global Zero«.

Auch Bundes...

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