Dortmund im Kampf gegen Nazis gespalten

Antifaschisten sehen Verantwortung für starke Naziszene bei der Polizei

  • Von Markus Bernhard
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Von Polizei und Justiz nahezu ubehelligt, verfügt die rechte Szene in Dortmund über eine überdurchschnittliche Mobilisierungskraft. Obwohl es seit Jahren zu Übergriffen auf Andersdenkende kommt und allein in den letzten zehn Jahren vier Menschen – darunter drei Polizisten – von Neonazis ermordet wurden, verharmlost die Polizei das Problem auch weiterhin.

Es war bereits der fünfte Angriff auf das Dortmunder Wahlkreisbüro von Ulla Jelpke, der innenpolitischen Sprecherin der LINKEN im Bundestag. Ende Januar wurde es Ziel eines Buttersäureanschlags. Bei vorherigen Attacken war das Büro mit Stahlkugeln beschossen, waren Steine in die Scheiben geworfen worden. Ein politischer Hintergrund der Tat sei möglich, hieß es wie immer auch diesmal seitens der Polizei, man könne dies jedoch nicht bestätigen.

Jelpke hingegen ist sich sicher, wo die Täter zu verorten sind. Es sei naheliegend, dass auch der neuerliche Anschlag auf das Konto der Neofaschisten gehe, so die Abgeordnete. Gegenüber ND erneuerte sie ihre Kritik an der Dortmunder Polizeiführung. »Es ist kein Geheimnis, dass die Neonazis in Dortmund nur so stark und aktionsfähig werden konnten, weil die Polizei nicht entschieden genug gegen sie vorgeht.«

Jelpke steht mit ihrer Kritik nicht allein. Das »Bündnis Dortmund gegen Rechts« und verschie...


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