Werbung

US-Agenten: Lassen dich »verschwinden«

Verhörpapiere in Großbritannien veröffentlicht

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die USA haben mit »Enttäuschung« auf die Veröffentlichung von US-Geheimdienstdokumenten in Großbritannien reagiert und gewarnt, die Zusammenarbeit der Dienste beider Länder sei gefährdet.

Washington (AFP/ND). Ein britisches Gericht hatte die Veröffentlichung der Papiere angeordnet, in denen es um die Misshandlung eines in Großbritannien ansässigen Terrorismusverdächtigen durch US-Ermittler geht.

»Wir sind von der Entscheidung des Gerichts zutiefst enttäuscht, da wir das Dokument im Vertrauen und mit gewissen Erwartungen weitergereicht hatten«, sagte Ben LaBolt, ein Sprecher von US-Präsident Barack Obama. »Wie wir bereits gewarnt hatten, wird dieses Urteil den vertraulichen Umgang mit dem Vereinigten Königreich bei der Weitergabe von Geheimdienstinformationen komplizieren und in Zukunft bei unseren Entscheidungen eine Rolle spielen.«

Der Londoner High Court hatte in einem Berufungsverfahren entschieden, die Veröffentlichung der Dokumente sei im allgemeinen Interesse. Die britische Regierung hatte bis zuletzt versucht, die Geheimhaltung zu wahren. Außenminister David Miliband befürchtete, dass eine Veröffentlichung den Austausch vertraulicher Informationen mit den USA im Anti-Terrorismus-Kampf gefährde. Die Richter des High Court schätzten das Risiko für die nationale Sicherheit jedoch als »nicht ernsthaft« ein.

In den Papieren geht es um den Äthiopier Binyam Mohamed, der in den 90er Jahren in Großbritannien politisches Asyl erhielt, 2002 in Pakistan festgenommen und vor einem Jahr aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo entlassen wurde. Während eines von US-Ermittlern geleiteten Verhörs kurz nach seiner Festnahme musste Mohamed demnach in einem Gefängnis in Pakistan unter anderem Schlafentzug und Drohungen gegen sein Leben über sich ergehen lassen. Aus den sieben veröffentlichen Absätzen zu dem Verhör aus dem Jahr 2002 geht hervor, dass die US-Agenten Mohamed drohten, ihn »verschwinden« zu lassen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen