Das Wunder von Bremerhaven

Die Seestadt leistet sich viele Prestigeobjekte

  • Von Detlef Kolze, Bremerhaven
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wegen der prekären Finanzlage der Städte und Gemeinden werden allerorten in Deutschland tiefe Schnitte ins kommunalen Leben nicht nur diskutiert, sondern auch praktiziert. In Bremerhaven hingegen läuft das alles anders.

In der Seestadt Bremerhaven wurde die kommunale Infrastruktur mit Hilfe riesiger Kredite ständig weiter ausgebaut. Der soeben beschlossene Haushalt für 2010 treibt die Verschuldung weiter über die Milliardengrenze hinaus. »Das Aufstellungsverfahren für den Haushalt 2010 ist das schwierigste, das Politik je zu verantworten hatte«, diagnostiziert Paul Bödeker. Als Fraktionsvorsitzender der CDU agiert er seit mehr als einem Jahrzehnt in der Koalition mit der SPD. Seine Feststellung lautet schlicht: »Das Problem des Bremerhavener Haushaltes ist die Differenz zwischen den Einnahmen mit 435,1 Millionen Euro zu den Ausgaben mit 545,9 Millionen Euro.« Die Folge: Ein erneuter Kredit, dieses Mal in Höhe von 110,8 Millionen Euro.

So wächst die Verschuldung der Unterweserstadt mit ihren knapp 115 000 Einwohnern dieses Jahr auf fast 1,2 Milliarden Euro an. Und sie klettert laut Finanzplanung innerhalb der kommenden drei Jahre über die 1,5-Milliarde...


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