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Solidarität aus der Ferne

Europäer unterstützen zapatistische Bewegung

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Mitte Januar fand in Paris das jüngste europaweite Treffen der Zapatista-Solidaritätsgruppen statt.

Rund 80 Personen von außerparlamentarischen Bewegungen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Mexiko, Spanien und der Türkei kamen in der französischen Hauptstadt zusammen, um sich über die Situation der Unterstützer der Zapatistischen Befreiungsarmee EZLN und anderer linker Bewegungen in Mexiko auszutauschen. Aber auch über europäische gesellschaftliche Kämpfe wurde umfassend diskutiert. Das ist das Besondere an der pro-zapatistischen Bewegung Europas, die sich in den Beziehungen mit Mexiko um ein Ende der »Einbahnstraßensolidarität« bemüht und sehr zu schätzen weiß, was die Aktivisten an Erfahrungen von »drüben« mitbringen: »Gutmenschen mit Helfersyndrom brauchen wir nicht«, so André, autonomer Aktivist und EZLN-Unterstützer aus einem Pariser Vorort: »Uns geht es um politische Zusammenarbeit auf Augenhöhe.«

Gemeinsame Kämpfe

Seit 1994 existiert dieses Netzwerk – trotz aller internen Zumutungen und teils unerfreulicher Auseinandersetzungen mit der EZLN. In der geisteswissenschaftlichen Fachliteratur – selbstredend vor allem außerhalb des deutschsprachigen Raumes – gelten die globalen Akzente und Bewegungen um die EZLN längst als neuartige qualitative Schritte in den weltweiten Widerständen gegen Kapitalismus.

Fast alle Anwesenden sind in emanzipatorischen Gruppen in ihren Herkunftsländern organisiert, darunter anarcho-syndikalistische Gewerkschaften, feministische und antirassistische Initiativen, Antifas, Hausbesetzergruppen, Medienkollektive oder alternative Landwirtschaftsgenossenschaften.

Bei dem intensiven Austausch über soziale Konflikte und Kämpfe in Europa ging es um die dramatische Situation der Migranten. Ein Highlight des Treffens war der mitreißende Bericht von Vertretern organisierter Sans Papiers (»Papierloser«), die in Frankreich im Untergrund leben. Sie berichteten, dass im Großraum Paris über 6000 illegalisierte Arbeiterinnen und Arbeiter für Papiere, aber auch für bessere Arbeitsbedingungen streiken – mit Aussichten auf Erfolg.

Viele Solidaritätsprojekte

Zum Themenkomplex Mexiko gab es neben einem Informationsaustausch über die drastisch zunehmende Repression in Chiapas, Oaxaca, Guerrero und anderen Regionen verschiedene Arbeitsgruppen. Diese drehten sich um die zahlreichen Solidaritätsprojekte vor Ort, um die europaweite Koordinierung von Protesten gegen europäische Konzerne, die in Mexiko für Vertreibung, Kriminalisierung und Umweltzerstörung verantwortlich sind, oder um den solidarischen Handel mit Produkten aus Gemeinden im Widerstand. Es ist in der Tat beeindruckend, wie viele Projekte seit Beginn der zapatistischen Erhebung von 1994 entstanden sind.

Fast alle Anwesenden haben einen oder mehrfache Mexikoaufenthalte hinter sich. Sie kennen sich aus und nennen die Dinge beim Namen: Es gibt immer wieder auch Missverständnisse und Enttäuschungen in dieser transnationalen Zusammenarbeit. Aber eines lässt sich nicht leugnen: Hier arbeiten Menschen fernab von Staatsinstitutionen oder professionellen NGOs zusammen und lernen eine schon existente »andere Welt«, die selbst verwalteten zapatistischen Gemeinden, kennen. »Auch wenn die europäische EZLN-Solidarität sich nicht auf ihrem Höhepunkt befindet«, so Eugenia aus Athen, »es geht weiter – hier und in Mexiko!«

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