Haiti am Haken

GastkolumneVon Norman Paech

Der 1938 in Bremerhaven geborene Rechtsprofessor publiziert zu Völker- und Menschenrechten. ND-

Es gibt Länder, die straft Gott doppelt und dreifach: einmal durch die Natur und doppelt durch die Menschen. Verheerende Hurrikans und Erdbeben suchen diese Insel regelmäßig heim. Aber zu einer echten Katastrophe konnten diese Naturereignisse sich erst auswirken, nachdem Jahrhunderte des Kolonialismus dieses Land zu einem der ärmsten der Welt zugrunde gerichtet haben.

Als Christopher Kolumbus 1492 auf dieser Insel, die er Hispaniola nannte, die erste spanische Kolonie errichtete, war er fasziniert von ihrem natürlichen Reichtum. Der zog auch französische Siedler an, die 1691 die Kolonie Sainte Domingue gründeten. Sie wurde für die Europäer die reichste Kolonie. 450 000 Sklaven arbeiteten auf ihren Plantagen. Keine lieferte mehr Zucker, Baumwolle, Kaffee oder Indigo. Aber als sich die Sklaven 1791 erhoben, Napoleons Truppen vertrieben und 1804 die Republik Haiti ausriefen, war das Land ökonomisch und ökologisch völlig zerstört. Ein Drit...

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