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Geheimer Traum geht in Erfüllung

Jewgeni Ustjugow erster russischer Einzelolympiasieger seit 16 Jahren

  • Von Oliver Händler, Whistler
  • Lesedauer: 3 Min.

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Das gelbe Trikot war ihm nichts wert. »Ich träume von Größerem«, hatte der Russe Jewgeni Ustjugow in Oberhof gesagt, als er dem USAmerikaner Tim Burke vor sechs Wochen die Führung im Gesamtweltcup weggeschnappt hatte. Was dieses Größere genau sei, hatte er aber nicht verraten wollen, »sonst geht es nicht in Erfüllung«, so Ustjugow. Er muss davon geträumt haben, Biathlon- Olympiasieger im Massenstartrennen von Whistler zu werden, denn das ist der 24-Jährige jetzt. »Wir haben lange nicht mehr gewonnen, da dachte ich, es sei meine Zeit, daran endlich etwas zu ändern«, sagte der erste Einzelsieger der Russen seit 16 Jahren.

In einem sehr schnellen Rennen war fehlerfreies Schießen ausschlaggebend.
Ustjugow und der drittplatzierte Slowake Pavol Hurajt waren die Einzigen, die alle 20 Schüsse trafen. Nur der überragend laufende Franzose Martin Fourcade konnte trotz drei Fehlern auf der Schlussrunde noch am Österreicher Christoph Sumann und Hurajt vorbei zu Silber laufen.

»Das war ein sehr gutes Rennen für mich. Als ich nach dem ersten Schießen so weit zurücklag, dachte ich, es sei vorbei. Als ich dann sah, dass die Medaille greifbar war, bin ich nur noch volle Pulle gelaufen. Ich wollte nicht mehr stoppen, bis ich die Medaille hatte«, sagte Fourcade. Die deutschen Biathleten verpassten auch im letzten Einzelrennen der Männer die erhoffte Medaille.

Nach zehn Schüssen liegend waren Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld), Michael Greis (Nesselwang) und Andreas Birnbacher (Schleching) noch in der Spitzengruppe, verfehlten danach stehend aber alle zu viele Scheiben.

Greis kam der Medaille noch am nächsten, konnte vor dem letzten Schießen den Abstand zu Ustjugow auf zehn Sekunden verringern, schoss dann aber zweimal daneben.
»Ich habe gewusst, dass ich vorne angreifen kann und bin Risiko gegangen. Ich hatte noch ein paar Körner hinten raus, aber zwei Fehler waren einfach zu viel«, sagte Greis, der als bester Deutscher Zehnter wurde. »Wir haben das Rennen heute eindeutig am Schießstand verloren.

Auf der Strecke konnten wir mithalten«, sagte Birnbacher (15.). Noch härter traf es die Österreicher. Auf den Rängen vier und fünf liefen Sumann und Daniel Mesotitsch denkbar knapp am Podest vorbei. Sumanns Magazin hatte beim dritten Schießen geklemmt, wobei er mindestens zehn Sekunden verlor. Im Ziel lag er neun hinter Hurajt. Die Österreicher waren mit drei Läufern unter den besten sieben eindeutig die stärkste Mannschaft im Feld und blicken daher hoffnungsvoll auf die Staffel am Freitag.

»Darauf freu ich mich jetzt wirklich sehr, denn die Staffel ist einfach der geilste Wettbewerb überhaupt«, so Mesotitsch. Die härtesten Gegner werden die Norweger sein, die Franzosen, die hier mit den Biathletinnen insgesamt schon fünf Medaillen holten, und die Russen mit einem starken Ustjugow.

Die Deutschen sind nur Außenseiter und ihren Medaillentraum in der Staffel haben sie leider auch schon verraten.

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