Werbung

Zwei Frauen und das »Wunder von Whistler«

Gold im Teamsprint an Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad / Axel Teichmann und Tim Tscharnke holen Silber

  • Von Gerald Fritsche und Eric Dobias, dpa
  • Lesedauer: 3 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Claudia Nystad (l.) freut sich mit Evi Sachenbacher-Stehle im Ziel, Tim Tscharnke (r.) schickt Axel Teichmann in die letzte Runde. Fotos: dpa
Claudia Nystad (l.) freut sich mit Evi Sachenbacher-Stehle im Ziel, Tim Tscharnke (r.) schickt Axel Teichmann in die letzte Runde. Fotos: dpa

Das Strahlen in den Augen verriet die Freude, die Körpersprache jedoch die Anspannung: Nach den Medaillengewinnen der deutschen Skilangläufer im Teamsprint gönnten sich die Olympiasiegerinnen Claudia Nystad und Evi Sachenbacher-Stehle sowie die mit Silber dekorierten Axel Teichmann und Tim Tscharnke im Deutschen Haus in Whistler nicht mal ein Gläschen Sekt. Der Fokus richtete sich schon auf die Staffelrennen am heutigen Mittwoch (Männer) und Donnerstag (Frauen).

»Wir haben noch einiges vor uns, da ist jetzt nicht der Zeitpunkt, um groß zu feiern«, erklärte die Oberwiesenthalerin Claudia Nystad. Als Motivationsspritze wollten aber alle vier ihre Leistungen verstanden wissen. »Jetzt ist auch in der Staffel einiges drin. Aber es muss alles passen«, meinte Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl), die mit Nystad das »Wunder von Whistler« vollbrachte und nach dem Team-Gold von 2002 zum zweiten Mal einen Olympiasieg bejubeln konnte.

Vor allem die taktische Meisterleistung hatte dabei überrascht. »Es ist alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen haben. Evi war der Motor im Rennen. Ich war für das Finish zuständig«, meinte Ny-stad. Als einen wichtigen Aspekt für den Sensationserfolg bezeichnete sie ihr Verhältnis zu Sachenbacher-Stehle. »Ich habe blindes Vertrauen zu ihr. In so einem Wettbewerb wie dem Teamsprint bekommt man doch gar nicht viel mit vom Lauf der anderen. Da ist es wichtig, dass man sich aufeinander verlassen kann«, erklärte Nystad.

Realisiert hatte das erfahrene Duo den Erfolg auch Stunden danach noch nicht. »Dafür war noch keine Zeit«, erzählte Sachenbacher-Stehle. Die Medaillenzeremonie auf der Medals Plaza in Whistler genossen beide dann in vollen Zügen. Zuvor waren sie händchenhaltend auf das oberste Treppchen gesprungen und dort wie kleine Kinder herumgehüpft. »Vor acht Jahren in Salt Lake City waren wir junge Mädels, da war alles so neu und anders. Jetzt, mit mehr Routine, kann man besser genießen. Aber schön waren beide Siege«, gestand Nystad.

Erstmals in den Genuss einer olympischen Medaillenzeremonie waren Axel Teichmann (Bad Lobenstein) und Tim Tscharnke (Bieberau) gekommen. Der Youngster Tscharnke hatte sich während des Wettkampfes ganz für den Routinier eingesetzt. »Es war so gut, an der Seite von Axel zu laufen. Ich wollte unbedingt, dass er die Medaille bekommt, nachdem er bei Olympia so viel Pech hatte«, erzählte er. Mit einer unerwarteten Attacke am letzten Berg hatte Tscharnke das Feld gesprengt.

»Das war so zwar nicht abgesprochen, aber er hat es fantastisch gemacht«, lobte Teichmann, der nach zwei Weltmeistertiteln erstmals auch olympisches Edelmetall in den Händen hält. »Diese Medaille ist mehr wert. Als Sportler ist es das Höchste, bei Olympia eine Medaille zu bekommen. Darauf arbeitest du hin, wenn du zur Weltspitze gehörst«, erklärte der Thüringer. Dass er das Rennen in der letzten Runde von vorn laufen musste, war ebenfalls nicht vorgesehen. »Das war ganz neu für mich. Ich wusste aber, dass die Konkurrenz stark ist und ich alles geben muss«, sagte Teichmann.

Zur heutigen 4 x 10-Kilometer-Staffel dürften neben Teichmann auch Tobias Angerer (Vachendorf), René Sommerfeldt (Oberwiesenthal) und Jens Filbrich (Frankenhain) an den Start gehen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!