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Selbstbewusst

Jörg Vogelsänger / Der Sozialdemokrat ist neuer Brandenburger Agrarminister

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

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Brandenburgs neuer Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) ist ein Verkehrsexperte. So falsch ist das allerdings nicht, denn sein Superressort zeichnet auch verantwortlich für die Infrastruktur. Nicht einmal volle vier Monate wirkte er in dem Ministerium als Staatssekretär, und schon rückt er an die Spitze. Gestern wurde er im Landtag vereidigt. Dass die bisherige Ministerin Jutta Lieske (SPD), die erst seit dem 6. November im Amt war, das Ressort aus gesundheitlichen Gründen abgibt, wurde lediglich einen Tag zuvor bekannt.

Lieske quält sich mit Kreislaufproblemen und liegt deswegen im Krankenhaus. Es wird erzählt, sie sei überfordert gewesen. Der Rückzug Lieskes wird aber dennoch bedauert, schon allein deshalb, weil nun nur noch zwei Frauen im rot-roten Kabinett vertreten sind. Der Landesbauernverband hätte sich außerdem einen ausgewiesenen Agrarexperten an der Spitze des Ministeriums gewünscht. Er rügte deshalb, dass in Vogelsängers Stellung als Staatssekretär nun der frühere Verkehrsstaatssekretär Rainer Bretschneider nachrückt, der aus dem einstweiligen Ruhestand zurückgeholt wurde. Zwei Mal Verkehr, dies sei einmal zu viel.

Dass sich ein Verkehrsexperte aber sehr wohl in andere Themen gut einarbeiten kann, hat indes die Sozialistin Anita Tack als Umwelt- und Gesundheitsministerin schon bewiesen. Einst war Tack im Landtag Gegenspielerin Vogelsängers, unter anderem als dieser den Untersuchungsausschuss zur 1999 gescheiterten Privatisierung des künftigen Großflughafens Schönefeld leitete. Dabei verteidigte der ausgesprochen selbstbewusst auftretende Vogelsänger tapfer die damaligen Regierungspolitiker. Damit muss er sich in deren Augen Verdienste erworben haben.

Vogelsänger kam 1964 im märkischen Woltersdorf zur Welt. In der Nähe, in Erkner, wohnt er heute. Nach einem Maschinenbaustudium arbeitete Vogelsänger im Reichsbahn-Ausbesserungswerk in Berlin-Schöneweide. 1990 trat er in die SPD ein, 1994 schaffte er den Sprung in den Landtag. Er gilt als ein fleißiger und treuer Parteisoldat. Sein 2002 in Ostbrandenburg gewonnenes Bundestagsmandat konnte er 2009 kein zweites Mal verteidigen. Überraschend verlor er gegen LINKE-Landeschef Thomas Nord.

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