Werbung

»Mit einem blauen Auge davongekommen«

In Deutschland nach »Xynthia« weniger Schäden als befürchtet / In Frankreich werden acht Menschen vermisst

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Zwei Tage nach dem schweren Orkantief »Xynthia« wurden im besonders schwer betroffenen Frankreich noch immer acht Menschen vermisst. Die Zahl der Todesopfer dort stieg unterdessen auf 52. Das zuletzt geborgene Opfer war nach Behördenangaben ein sechsjähriges Mädchen aus Charron an Atlantikküste, dessen Bruder und Großmutter ebenfalls in der Flut umgekommen waren. Zehntausende Franzosen leiden noch immer unter den Sturmfolgen: Knapp 50 000 Haushalte waren weiter ohne Strom. Etliche Gebäude an der Küste standen noch unter Wasser.

In Deutschland deuten erste Schadensschätzungen auf geringere Verwüstungen als zunächst befürchtet. In Niedersachsen etwa wurde die Menge der zerstörten Bäume mit 64 000 Kubikmeter angegeben. Man sei im Vergleich zum Orkan »Kyrill« vor zwei Jahren – damals lag der Schaden bei 1,5 Millionen Kubikmeter Holz – mit einem blauen Auge davongekommen, sagte ein Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Im hessischen Friedberg drohte am Dienstag die Spitze des 60 Meter hohen Adolfsturms auf umliegende Wohnhäuser zu stürzen. Höhenkletterer versuchten, die zwei Meter lange und zentnerschwere Stange zu sichern. Vier Häuser wurden geräumt. Starke Böen hatten am Sonntag die Metallspitze beschädigt und die Wetterfahne abgerissen.

Eine aussagekräftige Bilanz der großen Schadensversicherer wird erst in einigen Tagen zu erwarten sein. Die Deutsche Rückversicherung Aktiengesellschaft hatte den Schaden am Vortag in Düsseldorf auf eine halbe bis eine Milliarde Euro geschätzt. Auch aus anderen betroffenen deutschen Regionen hieß es in ersten Einschätzungen, der Schaden liege deutlich unter dem des Orkans »Kyrill« vor zwei Jahren.

In Frankreich hatte die Regierung am Montagabend die am stärksten vom Unwetter betroffenen Regionen zu Katastrophengebieten erklärt, um Entschädigungen durch die Versicherer zu erleichtern. Zu den Geschädigten zählen viele Austernzüchter. Unterdessen wird öffentlich diskutiert, ob das Ausmaß der Katastrophe hätte verhindert werden können. Politiker kritisierten, dass in Frankreich zu nah an der Küste gebaut werden dürfe. Umweltstaatssekretärin Chantal Jouanno forderte strengere Bauvorschriften. Andere betonten, die geltenden Regeln würden oft nicht eingehalten. In vielen Gebieten war das Risiko einer Überflutung bekannt. Für die stark betroffene Gemeinde La Faute-sur-Mer etwa warnten Experten schon 2008 vor möglichen Überschwemmungen. dpa

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!