Die Jugend probt den Aufstand

Auch in seiner Bremer »Räuber«-Adaption praktiziert Volker Lösch ein Theater der geschwollenen Stirnader

  • Von Volker Trauth
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Im Sog der Rebellion

Der Regisseur Volker Lösch knüpft mit dieser Inszenierung am Theater Bremen an eine von ihm selbst kreierte Traditionslinie an – den Versuch, klassische Texte auf ganz eigene Weise durchlässig zu machen für unsere heutige Wirklichkeit. Dabei gibt er Menschen und Gruppen eine Stimme, die sie in der gesellschaftlichen Realität verloren haben.

In Löschs Dresdner »Weber«-Inszenierung kamen Hartz IV-Emp- fänger und Arbeitslose aus der Stadt zu Wort und berichteten von demütigenden Erlebnissen auf Arbeits- und Sozialämtern, die an das Los der schlesischen Weber erinnerten. In seiner Stuttgarter »Medea« erzählten 15 Frauen von ihren heutigen Erfahrungen von Fremdsein und Ablehnung. In seiner »Wut«-Inszenierung, ebenfalls in Stuttgart, protestierten 15 aufgebrachte Jugendliche mit Migrationshintergrund gegen Ausgrenzung und soziale Ungerechtigkeit.

In der Bremer Inszenierung von Schillers »Die Räuber« sind es nun 30 Jugendliche: Antifas,...


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