Wann wird aufgeklärt?

Heute wird es vor golden- und silberglänzendem Lametta nur so wimmeln im geheim tagenden Kundus-Untersuchungsausschuss. Zwei Generale – einer davon ist Chef des Einsatzführungskommandos –, ein Oberst und ein Oberstleutnant sind geladen. Sie sollen berichten, was sie über den Luftangriff wissen, der am 4. September 2009 über 140 Menschen verbrennen ließ.

Der mit dem niedrigsten Dienstgrad hat sein Wissen bereits vorgelegt. In Form eines soliden Feldjäger-Berichts, den zunächst kein Verantwortlicher kennen wollte, der dann aber dazu führte, dass der redefreudige Verteidigungsminister zu Guttenberg ins Stottern kam. Er suchte und fand Schuldige, feuerte einen Staatssekretär und den Generalinspekteur. Zur Aufklärung der Ursachen für die Mordtat hat das nicht beigetragen. Auch der Untersuchungsausschuss ist diesem Auftrag bislang unzureichend nachgekommen. Heute besteht wieder die Gefahr, dass Regierung, Militärführung und manche Abgeordnete sich in Details verlieren (wollen). Dabei geraten die Opfer immer mehr aus dem Fokus. Die einzige Garantie dafür, dass sich ein solches – von Deutschen angerichtetes – Massaker nicht wiederholt, ist ein Stopp der Auslandseinsätze. Den kann der Ausschuss nicht bewirken. Wohl aber könnte er Geheimstrukturen – wie die der Task-Force 47 – offenlegen, die solche Grausamkeiten möglich und kaschierbar machen. Die Aussichten dafür sind jedoch nicht gut.

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