Wegen Mordes vor Gericht

(dpa). Auf dem Gelände des Güterbahnhofs am Innsbrucker Platz in Schöneberg machte die Polizei im vergangenen Sommer einen grausigen Fund: Plastiksäcke mit dem Kopf und anderen Leichenteilen eines Obdachlosen. Ein Germanistikstudent alarmierte die Polizei. Der 28-Jährige offenbarte sich als Täter und führte die Beamten zu dem Versteck der Leichenteile. Am kommenden Montag beginnt nun der Prozess vor dem Berliner Landgericht.

Kaltblütiger Mord lautet der Vorwurf. Der Student soll sich gezielt einen Obdachlosen gesucht haben, um dessen Leiche verschwinden zu lassen. Um die Identifizierung zu erschweren, soll das Opfer aus Brandenburg verstümmelt und zerteilt worden sein. Die grausame Tat sei lange geplant gewesen.

Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft hatte der Student den alkoholkranken Obdachlosen am Bahnhof Zoo kennengelernt. Er lockte den Mann in den frühen Morgenstunden des 30. August 2009 in seine Wohnung in einem Hinterhaus in der Merseburger Straße. Als der Stadtstreicher ahnungslos auf einer Couch lag, soll der Angeklagte ihm mit der Axt den Schädel zertrümmert und ein Messer in die Brust gestochen haben. Nach der Tat hatte sich der Student einer Freundin offenbart, bevor er sich stellte. In ersten Vernehmungen hatte er nach Polizeiangaben gestanden. Später habe er sich auf Erinnerungslosigkeit berufen.

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