Sehnsucht nach dem Wechsel

Die gepeinigten Menschen Iraks verbinden mit der Wahl Hoffnungen

  • Von Karin Leukefeld, Sulaimaniya
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Vier Tage vor der Parlamentswahl im Irak sind am Mittwoch bei drei Anschlägen in der mittelirakischen Stadt Baakuba mindestens 33 Menschen getötet worden. Regierungschef Nuri al-Maliki sagte, die »Terroristen« wollten die Wahlen »torpedieren«. Im kurdischen Norden dagegen ist es vergleichsweise ruhig.

Wahlkampf in in Sulaimaniya und Chamchamal (Mitte)

Zum ersten Mal seit Tagen scheint wieder die Sonne in Sulaimaniya. Die Hauptstadt der gleichnamigen nordirakischen Kurdenprovinz zählt rund eine Million Einwohner und gilt als die intellektuelle und liberale Metropole der autonomen Kurdenregion in Irak. Mindestens 41 Abgeordnete werden die drei Kurdenprovinzen Dohuk, Erbil und Sulaimaniya im neuen Parlament in Bagdad vertreten, 17 davon kommen aus Sulaimaniya.

»Das müssen nicht alles Kurden sein«, betont Mohammed Taher, der das Büro der örtlichen Wahlkommission leitet. Etliche der neun Parteien, die in Sulaimaniya antreten, hätten arabische oder christliche Kandidaten aufgestellt. Die Auswahl auf dem Stimmzettel reicht von der Turkmenen-Partei über zwei Islamische und verschiedene Irakisch-Nationale Listen bis zur Kurdistan-Allianz. Letztere besteht aus den beiden größten und ältesten Parteien in den Kurdengebieten, der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP, Vorsitzender Masud Barzani)...

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