Volkmar Draeger 08.03.2010 / Berlin / Brandenburg

Bildsprache der Rassisten

Im Kolbe-Museum spiegeln »Wilde Welten« die Aneignung des Fremden in der Moderne

Design-Verbrechen von 1930

Übles Machwerk der Werbung: Ludwig Hohlweins Plakat für »Café Odeon und Billard Akademie München« von 1910 zeigt im lässigen Halbsitz einen schneidigen Blonden, der trinkt, was ein kleinerer, in seiner Livree »vermenschlichter« Schwarzer ihm devot reicht. Formal bestechend, demonstriert es die Haltung jener Zeit zum Kolonialkontinent Afrika. Die Ausstellung »Wilde Welten« im Georg-Kolbe-Museum hält noch mehr beredte Beispiele bereit. Gleich eingangs kündet Fritz Behns skurril renkende Bronze »Tanzender Afrikaner« vom Unverständnis fremder Kultur, obwohl der renommierte Bildhauer den Kontinent bereist, in einem ebenfalls ausgestellten Band von 1917 seine Erlebnisse fixiert hatte, allerdings voller Dünkel.

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