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Erst Hungerstreik, dann Suizid

Der 17-jährige David M. nahm sich vor seiner Abschiebung in einem Hamburger Haftkrankenhaus das Leben

  • Von Folke Havekost, Hamburg
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Nach dem Selbstmord des jungen Georgiers in der Abschiebehaft kritisieren Flüchtlingsinitiativen die Behandlung »unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge«.

Freiheit ist Sklaverei, heißt es in George Orwells Roman »1984«. Freiheit ist Gefahr, heißt es in Hamburg 2010 bei Flüchtlingen, sogar, wenn sie minderjährig sind. David M. wurde als Gefahr angesehen: Er hätte abtauchen oder sich der Kontrolle der Behörden entziehen können.

Was David M. offenbar nicht konnte, war: weiterleben. Am Sonntagnachmittag zerriss der nach eigenen Angaben 17-jährige Georgier das Bettlaken in seinem Zimmer des Haftkrankenhauses und erhängte sich. Die Bilder der auf ihn gerichteten Videokamera seien nicht ständig kontrolliert worden, hieß es aus der Justizbehörde, Suizidabsichten zudem »nicht zu erkennen« gewesen.

David M., der allein über Polen nach Hamburg kam und am 7. Februar von der Polizei als »illegal« Eingereister festgenommen wurde, ist der erste Abschiebehäftling, der sich in Hamburg das Leben genommen hat. Die drohende Abschiebung war dagegen kein Einzelfall. 2009 wurden sechs »unbegleitete minderjähri...


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