Jan Keetman, Istanbul 11.03.2010 / Politik

Türkei gibt sich frostig gegenüber Obama

Erdogan nutzt Armenien-Resolution in US-Parlamentsausschuss zu weiterer Profilierung

Im Streit um die US-amerikanische Völkermord-Resolution zur Verfolgung der Armenier zögert die Türkei mit der Rücksendung ihres abberufenen Botschafters in die USA. Ankara warte auf eine klare Haltung Washingtons, wird der türkische Premier während seines Saudi-Arabien-Besuchs zitiert.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte an, der wegen einer Abstimmung zur Armenierfrage im Auswärtigen Ausschuss des US-Repräsentantenhauses nach Ankara zurückbeorderte türkische Botschafter Namik Tan werde vorerst nicht in die USA zurückkehren. Erdogan machte die Rückkehr von Tan auf seinen Posten vom Ergebnis einer gründlichen Bewertung der Lage abhängig. »Mit unserer Ehre kann man nicht spielen«, sagte Erdogan und verkündete, die Kontakte zu den USA würden mindestens bis zu einer Rede von US-Präsident Barack Obama am 24. April eingefroren.

Der Auswärtige Ausschuss hatte trotz starken Drucks aus Ankara und von der US-Regierung den Völkermord an den Armeniern im ersten Weltkrieg mit einer Stimme Mehrheit anerkannt. Am 24. April begehen die Armenier in den USA einen Gedenktag an den Völkermord von 1915, und traditionell hält der Präsident an diesem Tag eine Gedenkrede. Alle US-Präsidenten haben es dabei bisher mit Rücksicht au...

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