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Der Bendler-Block – ein Mysterium der Lügen

Kundus-Untersuchungsausschuss: Tarnen, täuschen, tricksen – Täter halten Bombenangriff weiter für angemessen

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Donnerstag im Bundestag. Der Kundus-Untersuchungsausschuss tagte erstmals (teilweise) öffentlich. Als Zeugen geladen – zwei gedemütigte Männer: Wolfgang Schneiderhan, Generalinspekteur der Bundeswehr a.D., und Peter Wichert, Verteidigungsstaatssekretär a.D. Sie hatten keinen Posten mehr zu verlieren, doch leider auch keine Entscheidung zu revidieren. Behaupteten sie jedenfalls.

Dunkler Anzug, Weste – ein freundlicher älterer Herr, Typ Kleinstadtapotheker – Wolfgang Schneiderhan war der erste Zeuge. Der zweite, Peter Wichert, mit seinen wenigen sorgsam übers Haupt gekämmten Haare passt eher zur Schablone Gymnasialdirektor. Beide kamen mit aktengefüllten Ledertaschen. Darin hatten sie lange Ausarbeitungen, in denen festgehalten war, wann sie welchen Bericht wem gegeben, wann welchen Sprechzettel abgezeichnet und Vorgesetzte worüber wie ausführlich informiert haben.

Die Männer kämpfen um ihre Ehre. Nie hätten sie dem neuen Minister eine wichtige Information über das vom deutschen Oberst Georg Klein befohlene Bombardement vom 4. September bei Kundus vorenthalten. Folglich sei auch ihre Entlassung nichts weiter als eine Intrige. Das klang glaubhaft und vermutlich brauchte der damalige Ministerlehrling zu Guttenberg wirklich nur Sündenböcke, um zu kaschieren, dass er mal zu viel, zu unbedacht, zu medien...


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