Kein Grund zur Selbstzufriedenheit

Erfolge bei der Armutsbekämpfung haben gewaltige soziale Unterschiede nicht beseitigt

  • Von Hans-Georg Schleicher
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Als um Mitternacht des 20. März 1990 in Windhoek die Fahne Südafrikas eingeholt wurde, ging weltweit die Epoche des Kolonialismus zu Ende. Namibia, Afrikas letzte Kolonie, hatte seine Unabhängigkeit nach langem Befreiungskampf im Rahmen eines von der UNO gelenkten Prozesses errungen.

Zum 20. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung Namibias werden in Windhoek als Ehrengäste neben den Staatschefs afrikanischer Nachbarn auch der Finne Martii Ahtisaari und Kubas Präsident Raul Castro erwartet. Ahtisaari war Beauftragter des UN-Generalsekretärs 1989/90 im Unabhängigkeitsprozess. Kuba war damals ein wichtiger Akteur der Konfliktlösung in der Region. In Windhoek wird auch Bilanz gezogen über zwei Jahrzehnte namibischer Entwicklung. Politische Stabilität und Erfolge bei der Armutsbekämpfung stehen auf der Haben-Seite, ebenso Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Die gewaltigen sozialen Unterschiede innerhalb des Landes sind jedoch geblieben.

Von der Unabhängigkeit erwartete die Bevölkerung 1990 vor allem Demokratie und soziale Verbesserungen. Tatsächlich sind in der Verfassung des Landes Grund- und Menschenrechte stabil verankert. Unabhängige Gerichte, die Medien und eine wachsende Zivilgesellschaft spielen eine wichtige Roll...


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