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Muss der Architekt haften?

Wasserschaden

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Die Eigentümer zweier benachbarter Reihenhäuser wohnten darin noch nicht allzu lange. Nichtsdestotrotz erwies sich die Abdichtung des Kellers als marode: Erhebliche Wassereinbrüche waren zu beklagen.

Für den Schaden machten die Hauseigentümer den Architekten verantwortlich: Er habe wohl nicht sorgfältig gearbeitet und bei der Planung die regional herrschenden Grundwasserstände außer Acht gelassen. Denn die Abdichtung sei von vornherein unzulänglich gewesen. 72 000 und 64 000 Euro Schadenersatz forderten die zwei Hauseigentümer vom Architekten.

Zu Recht, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt.

Bei jedem Bauvorhaben gehöre es zu den Planungsschritten von zentraler Bedeutung, den örtlichen Grundwasserstand zu ermitteln. Architekten müssten sich bei der Planung am »höchsten aufgrund langjähriger Beobachtung ... bekannten Grundwasserstand« orientieren und darüber hinaus einen Sicherheitszuschlag von 30 Zentimetern einkalkulieren.

Und langjährige Beobachtungen seien sehr ernst zu nehmen.

Man müsse dabei von einem Zeitraum von mindestens 20 bis 30 Jahren ausgehen. Wenn der Architekt im konkreten Fall so gründlich gearbeitet und die Grundwasserstände der letzten zwei bis drei Jahrzehnte berücksichtigt hätte, wäre der Wasserschaden ausgeblieben. Denn dann hätte dem Planer auffallen müssen, dass die von ihm konzipierte Abdichtung des Kellers nicht ausreichte.

Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main - 22 U 135/07

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