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Der Trend geht zur Großplantage

Bericht zur Rauschgiftkriminalität: Weniger Drogentote, dafür größere Cannabispflanzungen

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Die aktuellen Zahlen zur Rauschgiftkriminalität in Deutschland zeichnen ein widersprüchliches Bild. Während die Zahl der Drogentoten rückläufig ist, beschlagnahmten die Behörden mehr Kokain und Heroin: Ein sicheres Indiz, dass mehr Drogen im Umlauf sind. Zudem werden die entdeckten Cannabisplantagen immer größer.

Die deutsche Landwirtschaft ist in punkto Produktivität weltweit Spitze. Seit ein paar Jahren bauen deutsche Hobby-Landwirte aber verstärkt ein Produkt an, dass dem Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, Sorgen bereitet. Die Rede ist vom Hanf, auch Cannabis genannt. Aus den Blättern und Blüten der Pflanze werden Marihuana und Haschisch gewonnen. Das BKA beobachte seit einiger Zeit den Trend zu Profi-Plantagen, so Behörden-Chef Ziercke anlässlich der Veröffentlichung des Berichtes zur Rauschgiftkriminalität am Donnerstag. Zwar habe man im vergangenen Jahr insgesamt weniger Pflanzungen entdeckt, doch dafür sei die Zahl der aufgeflogenen Groß-Pantagen mit 1000 oder mehr Cannabispflanzen von 18 auf 26 gestiegen. Summa summarum stellte man mehr als 127 000 Pflanzen auf mehr als 400 Plantagen sicher. Die zunehmende Professionalisierung der Hanf-Bauern sei Folge eines Verdrängungseffektes, so Ziercke. Jahrelang galten die benachbarten Niederlande als Kifferparadies. Doch seit die dortigen Behörden konsequenter gegen den Anbau vorgehen, gewinnt der Standort Deutschland an Attraktivität.

Besorgniserregend sei auch die Zunahme des Wirkstoffgehaltes in den Cannabispflanzen, betonte der BKA-Chef. Sei früher ein Wirkstoffanteil von drei Prozent üblich gewesen, liege man mittlerweile bei zwölf Prozent. Doch weil niemand an einer Überdosis Marihuana sterben kann, macht sich diese Zunahme nicht in der Drogentoten-Statistik bemerkbar.

Wie die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, betonte, sei die Zahl der Drogentoten im Jahr 2009 erstmals seit drei Jahren wieder rückläufig. Insgesamt starben 1331 Menschen an den Folgen ihrer Drogensucht. Das sind rund acht Prozent weniger als im Jahr zuvor. Todesursache Nummer eins bleibt das vormalige Spitzenprodukt des Chemiekonzerns Bayer – Heroin. Wurde das Opiat vor einhundert Jahren noch als Schmerz- und Hustenmittel beworben, gilt es heute als die Killerdroge schlechthin. Laut Dyckmans sei der Rückgang bei den Drogentoten eine Folge der besseren Behandlungsangebote für Abhängige, etwa durch Therapien mit Ersatzstoffen wie Methadon. Allerdings sterben immer mehr Abhängige infolge gesundheitlicher Langzeitschäden. Im vergangenen Jahr betraf dies bereits jeden fünften Todesfall.

Nach Angaben des Bundeskriminalamtes konnten 2009 mehr Mengen an Kokain und Heroin beschlagnahmt werden. Insgesamt entdeckten die Behörden 1700 Kilogramm Kokain und 758 Kilo Heroin, das sind 60 bzw. 51 Prozent mehr als im Vorjahr. »Sowohl das Beispiel Afghanistan für Heroin als auch das Beispiel Südamerika für Kokain zeigen, dass der Hebel zur Bekämpfung der Drogenkriminalität nach wie vor in den Herkunftsländern anzusetzen ist«, erklärte der BKA-Chef.

Während die Zahl der registrierten Erstkonsumenten beim Heroin zurückging, erfreute sich die Partydroge Speed immer größerer Beliebtheit. Die Zahl der Konsumenten stieg im fünften Jahr in Folge.

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