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Schießen für den Naturschutz?

Neuer Streit in Mecklenburg-Vorpommern um Jagd in Nationalparks

  • Von Benjamin Haerdle
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Deutschland ist ein Land fast ohne Bär, Wolf und Luchs. Und weil Reh und Hirsch damit ohne natürliche Feinde sind, bleibt die Jagd ein Dauerthema für Naturschützer und Jäger, vor allem in Nationalparks. In Mecklenburg-Vorpommern bastelt Landwirtschaftsminister Till Backhaus seit mehr als einem Jahr mit Jagd-, Forst- und Naturschutzverbänden an der Nationalparkjagdverordnung. Sie soll die Jagd in den drei Nationalparks Müritz, Jasmund und Vorpommersche Boddenlandschaft regeln.

»Auf einzelnen Flächen, etwa im Nationalpark Jasmund, verbeißt das Wild bis zu 90 Prozent der Buchenschösslinge. Da kommt kein Wald mehr hoch«, klagt Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Mecklenburg-Vorpommern. Es gebe zu viel Wild, weil zu wenig gejagt werde. BUND, NABU und der Förderverein des Müritz Nationalpark fordern deswegen ein besseres Wildtiermanagement im Nationalpark. »Wir brauchen eine Gemeinschaftsjagd, bei der für eine kurze Periode im Jahr viel Reh-, Dam- und Rotwild zur Strecke gebracht wird«. Die restliche Zeit müsse Jagdruhe herrschen. Wachsen dann wieder genug junge Laubbäume nach, solle die Jagd auf ein vernünftiges Mindestmaß reduziert werden. Bezahl- oder Trophäenjagden von auswärtigen Jägern lehnen die Verbände aber ab. »Da könnte sich eine Klientel von Jägern entwickeln, die keinerlei Interesse an einer schutzzweckgemäßen Wildbestandsregulierung haben«, f...


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