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GEW kritisiert Senat

Gewaltvorfälle an Schulen würden ignoriert

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(dpa). Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wirft dem Senat vor, vor Gewalt an Berliner Schulen die Augen zu verschließen. »Ich finde die Entscheidung falsch, zu sagen, es gibt harmlose Gewalt, von der wollen wir nichts wissen«, kritisierte die Berliner GEW-Chefin Rose-Marie Seggelke. »Die Senatsverwaltung müsste ein Interesse daran haben, zu sehen, wie das Klima insgesamt an den Schulen ist.« Hintergrund ist, dass Schulen dem Senat nicht mehr jede Gewalttat melden müssen. Die Meldepflicht entfällt zum Beispiel für Raufereien, leichte Sachbeschädigungen und Beleidigungen. Es sei wichtig, Gewalt an Schulen in ihren Anfängen zu ersticken, sagte Seggelke. Die Neuregelung unterlaufe diesen Ansatz. »Wenn an einer Schule jeden Tag kleinere Delikte wie Sachbeschädigungen und Schlägereien auf dem Schulhof vorkommen, dann sollte sich die Senatsverwaltung dafür interessieren und da eventuell auch jemanden hinschicken.« Manchen Schulen komme die gelockerte Meldepflicht entgegen. Sie glaubten, auf diese Weise eine Rufschädigung verhindern zu können, sagte die Gewerkschafterin. »Eine Schule sieht es immer noch als Makel an, wenn sich bei ihr Gewaltvorfälle häufen.« Durch die geänderte Bestimmung werde die Gewaltstatistik geschönt.

Die Zahl der Gewalttaten an Berliner Schulen war zuvor gestiegen. Im Schuljahr 2008/2009 wurden laut Bildungsverwaltung 1817 Fälle gemeldet, 185 mehr als 2007/2008. Durchschnittlich sei jede zweite Schule betroffen gewesen. Schulen müssten nun verstärkt selbst gegen Gewalt vorgehen, sagte Seggelke. Auf keinen Fall dürften gewalttätige Schüler das Gefühl bekommen, ihr Handeln bleibe ohne Konsequenzen. Dann drohe eine Gewaltspirale. Wenn das Kollegium die Probleme allein nicht mehr bewältigen könne, sollte sich eine Schule an die Senatsverwaltung wenden und um Hilfe bitten, zum Beispiel in Form von Schulungen.

Die Senatsverwaltung für Bildung will nach Angaben eines Sprechers mit der veränderten Regelung Schulen Bürokratie ersparen. Gravierende Gewalttaten wie Prügeleien mit Verletzten, sexueller Missbrauch oder schwere Sachbeschädigungen müssten weiterhin gemeldet werden.

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