Die Trägheit der 6000

Rimini-Protokoll und Stefan Kaegi scheitern mit »Heuschrecken«

  • Von Tom de Meller
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Aus Reptilienhappen werden müde Performer: Heuschrecken.

Das Hebbel am Ufer ist in ein Heuschreckenparadies verwandelt. Eine 16 Meter lange und am Boden vier Meter breite transparente Halbröhre durchzieht den Theaterraum. Sie schirmt eine Miniaturwüstenlandschaft aus Bergen und Canyons von den menschlichen Zuschauern ab. In dieser Szenerie, die von einem Zaun durchzogen wird und neben diversen Scheinwerfern und Kameras sogar einen Swimmingpool aufweist, tummeln sich über 6000 Heuschrecken. Sie wurden ursprünglich als Reptilienfutter gezüchtet, dürfen jetzt aber als Performer in Stefan Kaegis Biosphären-Experiment »Heuschrecken« tätig sein.

Ob ihnen das etwas bedeutet, ist leider nicht zu erfahren. Träge liegen sie im Sand, futtern etwas Weizen. Manche paaren sich. Andere probieren ein paar Sprünge. Einige setzen sogar zu Flügen an. Und wer ganz nah an diesem künstlichen Biotop sitzt, kann sogar erkennen, wie zuweilen eine Heuschrecke eine andere frisst. Meist stellen aber ein paar menschlich...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.