Mona Grosche 09.04.2010 / Bewegung

Totgesagte leben länger

Zögernder Abschied vom Patriarchat

In seiner Dissertation beschreibt der Soziologe Detlev Lück den Wandel von Geschlechterrollen und die Gleichberechtigung von Frauen im Erwerbsleben. Das Patriarchat verabschiedet sich anscheinend nur widerwillig.

Vielen gilt Frauenemanzipation längst als alter Hut. Doch trotz kontinuierlich gestiegener Erwerbsbeteiligung von Frauen und erfolgreicher »Vorzeigefrauen« in Politik und Medien wie Angela Merkel oder Anne Will sind Frauen auch in Deutschland von tatsächlicher Gleichberechtigung noch weit entfernt.

So liegt etwa der Stundenlohn einer Frau rund 20 Prozent unter dem eines Mannes und in der freien Wirtschaft schaffen es gerade einmal 0,2 Prozent der weiblichen Erwerbstätigen in die Chefetagen. Auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen halten sich patriarchale Strukturen erstaunlich zäh, so etwa bei der Frage, wer sich um den Haushalt kümmert und wer für die Kinder sorgt. Und immer noch ist das Modell des männlichen »Ernährers«, der die Familie »versorgt«, während die Frau sein Einkommen allenfalls »ergänzt«, die Norm, die über das Ehegattensplitting steuerlich gestützt wird.

Der Soziologe Detlev Lück hat si...

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