Jugend mit Zukunftsangst

Italien: Junge Leute oft ohne Job / Regierung ignoriert Probleme

  • Von Anna Maldini, Rom
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

In Italien liegt die offizielle Jugendarbeitslosigkeit fast acht Punkte über dem europäischen Durchschnitt. Trotzdem ist dies kein Thema für die Politik. Die Regierung predigt gebehtsmühlenartig »Alles ist gut«, Opposition und Gewerkschaften gelingt es nicht, die Frage auf die Tagesordnung zu setzen.

Im vergangenen Februar waren 28,2 Prozent der italienischen Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahre arbeitslos. Gegenüber dem Vormonat war dies ein Anstieg von 0,8 und gegenüber dem Vorjahr von satten 4 Prozentpunkten. Damit liegt die Zahl für Italien 7,6 Prozentpunkte über dem gesamteuropäischen Durchschnitt.

Je weiter man in den italienischen Süden kommt, um so dramatischer wird die Situation. Während im Norden nur etwa einer von fünf jungen Menschen ohne Arbeit ist, sind es im Süden über 36 Prozent.

Die realen Zahlen aber dürften noch sehr viel höher liegen. In Italien gibt es keine sozialen Maßnahmen für jugendliche Arbeitslose; also auch keinen Grund, sich in die offiziellen Statistiken eintragen zu lassen. Die sogenannten »entmutigten Jugendlichen« findet man besonders häufig unter den Frauen und im Süden des Landes: Sie laufen unter der Rubrik »nicht auf Arbeitssuche« und entlasten so die Erhebungen. Viele junge Menschen besuchen ...


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