Werbung

Reise der Erinnerung

Schüler suchen nach Spuren Deportierter

Berlin (ND-Stötzel). Das Mahnmal an der Berliner Putlitzbrücke ist für sie nur eine Zwischenstation. 100 Jugendliche aus ganz Deutschland wollen heute in einem Gedenkzug durch Moabit zu dem ehemaligen Deportationsbahnhof laufen. Danach reisen sie weiter nach Auschwitz, um nach den letzten Spuren von deportierten Kindern und Jugendlichen aus ihren Heimatstädten zu suchen.

An den Orten, wo die mobile Ausstellung »Zug der Erinnerung« Halt gemacht hatte, waren Schüler aufgefordert worden, sich an dem Projekt zu beteiligen. 100 besonders engagierte erhielten eine Einladung zu der Forschungsreise.

Der Verein »Zug der Erinnerung« hat sich der Aufgabe verschrieben, an die Rolle der Deutschen Reichsbahn im nationalsozialistischen Vernichtungssystem zu erinnern. So wies er etwa nach, dass die Bahn mindestens 445 Millionen Euro an den Transporten in die Gaskammern verdiente. Kürzlich forderte der Verein gemeinsam mit 21 Opferverbänden aus Weißrussland, Polen, Russland und der Ukraine die Deutsche Bahn AG »als historische Erbin« und damit die Bundesregierung als deren Eigentümerin auf, den letzten Überlebenden der Transporte finanzielle Hilfen zu gewähren. Das Bundesfinanzministerium teilte Ende März mit, es gebe keinen »Raum« für Leistungen. Auf eine Antwort des Verkehrsministerium wartet man nach wie vor. Aber nicht mehr lange. Wenn es bis zum 8. Mai nicht zu »substanziellen Gesprächen« gekommen sei, werde es eine juristische Auseinandersetzung geben, sagt Hans-Rüdiger Minow, der Vereinsvorsitzende. »Unsere Geduld ist am Ende.«

Ebenfalls am 8. Mai soll die rollende Ausstellung in in Berlin eintreffen – nach Stationen in Eisenhüttenstadt, Cybinka (Polen) und Frankfurt/Oder.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!