»Wir sind unangenehme Beobachter«

Hilfsorganisation kritisiert Verhaftung italienischer Krankenhaus-Mitarbeiter in Afghanistan

  • Von Anna Maldini, Rom
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.

Im Süden von Afghanistan, in Lashkar Gah, sind am Wochenende in einem Krankenhaus drei italienische Mitarbeiter der Hilfsorganisation Emergency verhaftet worden. Man wirft ihnen offenbar vor, einen Anschlag auf den Gouverneur der Provinz Helmand vorbereitet zu haben. Emergency spricht hingegen von einem »Einschüchterungsversuch«.

Der Fall der drei Italiener – ein Unfallchirurg, ein Krankenpfleger und ein Verwaltungsmitarbeiter von Emergency – bleibt weiterhin unklar. Bisher wurde offiziell keine Anklage erhoben, aber einige afghanische Behörden und Medien sprechen von der Vorbereitung eines Attentats, von Verbindungen zu den Taliban und Al Qaida. Der Arzt soll angeblich sogar 500 000 Dollar erhalten haben, um den Sprengstoff in einem Abstellraum seines Krankenhauses zu lagern.

»Alles Blödsinn«, weist Emergency-Gründer Gino Strada die Vorwürfe zurück. »Dies ist eine Kriegserklärung an das Krankenhaus, ein Präventivkrieg. Denn wir sind unangenehme Augenzeugen.« Seit Jahren arbeitet Emergency in Afghanistan und betreibt dort drei Krankenhäuser u...


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