Johannes Zang 15.04.2010 / Politik

B'Tselem – das israelische Gewissen

Die bekannteste Menschenrechtsorganisation des Landes besteht seit gut 20 Jahren

»Das sind interessante Tage in Washington, da die Vereinigten Staaten eine härtere Position bezüglich des Siedlungsbaus vertreten«, beginnt der April-Rundbrief der B'Tselem-Außenstelle in Washington. Seit diese Filiale der israelischen Menschenrechtsorganisation vor über einem Jahr eingerichtet wurde, klären die amerikanisch-jüdischen Menschenrechtsaktivisten die US-amerikanische Gesellschaft bis hinauf in die Etagen von Entscheidungsträgern über die Folgen israelischer Politik in den besetzten palästinensischen Gebieten auf.

B'Tselem, entnommen dem alttestamentarischen Buch Genesis, bedeutet im Hebräischen »Ebenbild« und gilt als Synonym für menschliche Würde. Als Israelisches Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten wurde die Organisation 1989 gegründet. Seitdem ist das Ausmaß der Besatzung immer größer geworden: Es sind nicht nur die Toten und Verletzten beider Konfliktparteien, die B'Tselem dokumentiert. Die Bandbreite dessen, was die Organisation anprangert, reicht von Administrativhaft, Folter, Hausabriss, Landbeschlagnahme, Siedlergewalt über die Praxis der menschlichen Schutzschilde, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit, Trennbarrieren, »sterile Straßen«, Kassam-Raketen und gezielte Tötungen bis zur Verhinderung der Familienzusammenführung zwischen Palästinensern und ihren ausländischen Ehepartnern und dem Thema Wasser. Da verwundert es nicht, dass in der Zentrale in Jerusalem fast 40 Angestellte mit der Dokumentation von ...

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