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Pirol unter Krähen

Zum 75. Geburtstag der Dichterin Sarah Kirsch

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Die Nachricht kommt am 4. August 1977 zuerst im RIAS: Sarah Kirsch verlässt das Land. Eine von denen, die nach der Biermann-Ausbürgerung endgültig genug haben von der DDR. Franz Fühmann, dieser stille Bewunderer Sarah Kirschs, für den Weggehen nie ein Weg sein wird, ist schockiert und schickt ein Telegramm: »Sarah liebe Schwester der Pirol hat die ganze Nacht geweint. Sollen denn hier nur mehr die Krähen krächzen?«

Fühmann hatte eine bewundernde Besprechung von Sarah Kirschs Gedichten geschrieben, mit dem Titel: »Vademecum für Leser von Zaubersprüchen«. Nun also ist auch sie fort, eine Dichterin, über die es bei Fühmann heißt: »Eine Warnung: wir betreten Zaubergelände. Der Wanderer wappne sich gegen Magie.« Nun musste er sich gegen deren drohende Abwesenheit wappnen. Am meisten erschüttert Fühmann, dass es zwar viele Leser, aber nicht die Funktionäre bedrückt, dass da wieder eine so wichtige Stimme der Literatur der DDR den Rücken kehr...


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