Es bleibt ein utopischer Funke

Zum 140. Geburtstag von Wladimir Iljitsch Uljanow – Parteigründung und Parteienstreit. Was bleibt?

  • Von Karl-Heinz Gräfe
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.
Lenin hält eine Rede, 5. Mai 1920 in Moskau

Wladimir Iljitsch Uljanow, seit 1901 unter dem Pseudonym Lenin bekannt, war ab 1903 anerkannter Führer und Theoretiker der bolschewistischen Fraktion der Russischen Sozialdemokratischen Partei (SDAPR), die sich im März 1918 zur Kommunistischen Partei Russlands (B) konstituierte. Er versuchte eine alternative Entwicklung zum Kapitalismus auf einem Sechstel der Erde. Seiner historischen Rolle wird der bei mancher Linken nachwirkende Lenin-Mythos ebenso wenig gerecht wie das 1994 vom sowjetischen Militärhistoriker Dimitri Wolkogonow verkündete Verdammungsurteil: »Lenin war zu hundert Prozent geistiger Vater Stalins. Die allergrößten Wunden auf dem Antlitz unserer Heimat hat sein Name hinterlassen. Alle Wurzeln des Übels Russlands kommen von Lenin und dem Leninismus.«

Der junge Dissident

Der am 22. April 1870 geborene Wladimir Uljanow wuchs in einer begüterten und aufgeklärten russischen Familie auf: Vater Ilja (1831-1886) leitete als Staa...

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