• Kultur
  • 8. ND-Lesergeschichten-Wettbewerb

Frühlingsjefühle

  • Von Siegfried Modrach, 10243 Berlin
  • Lesedauer: 1 Min.
8. ND-Lesergeschichten-Wettbewerb: Frühlingsjefühle

Olga, pack de Stullen ein,
heut jehts inn Friedrichshain,
lass uns unter jrünen Bäumen
in det Blau vom Himmel träumen,
det sich endlich eenmal zeicht.

Und im warmen Frühlingshauch
liejen wir bei jenen Strauch,
wo ick dir vor Jahren küsste
mit ner Hose voll Jelüste.
Und du warst nich abjeneicht.

Det war schon een tollet Stück:
Ick schieb vor, du ziehst zurück,
bis ick dir denn doch erbeute
(mit een Ooge uff d Leute,
det die nur nischt merken tun).

Wie vastohlen du mir kost
und dein Leib verhalten tost,
ach, ick könnt bei det Vajnüjen
jlatt bis hoch inn Himmel fliejen
und uff Wolke sieben ruhn.

Doch det wär janz unerhört,
weils det Publikum vastört,
selbst de Eichhörnchen im Laube
machen sich jleich ausn Staube
und entfleuchen uffn Baum.

Und so drücken wir de Bank,
schlürfen unsen Thermostrank
und verspeisen unse Stullen.
AIIet andre sin nur Schrullen
wie so mancher Frühlingstraum

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