»Wir brauchen ein neues Entwicklungsmodell«

Jorge Cortés über die Erwartungen an den alternativen Klimagipfel

Jorge Cortés ist Direktor des Studienzentrums für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte CEADESC. CEADESC hat seinen nationalen Sitz in Cochabamba, ist Bündnispartner der indigenen und sozialen Bewegungen in Bolivien und an der Vorbereitung und Durchführung des Klimagipfels beteiligt. Mit Cortés sprach in Cochabamba für ND Andreas Behn.

Jorge Cortés

ND: Boliviens Präsident Evo Morales hat Regierungen und soziale Bewegungen zu einer »Weltkonferenz der Völker zum Klimawandel und die Rechte der Mutter Erde« eingeladen. Welches Ziel hat dieser alternative Klimagipfel?
Cortés: Evo Morales geht es einerseits darum, demonstrativen Rückhalt seitens der sozialen Bewegungen für seine Haltung zum Klimawandel zu bekommen. Andererseits möchte er die Allianz der Entwicklungs- und Schwellenländer in der Klimafrage stärken. Dabei geht es konkret um die Verhandlungen auf der nächsten UN-Klimakonferenz COP 16 in Mexiko. Die Industriestaaten stehen unter Druck, einen größeren Beitrag zur Senkung der klimaschädlichen Emissionen zu leisten. Darüber hinaus fordern die Länder des Südens das Eingeständnis einer ökologischen Schuld seitens des Nordens, Technologietransfer im Umweltbereich sowie finanzielle Vorleistungen zur effektiven Begrenzung der Emissionen. Die bolivianische Regierung teilt diese Posi...

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