Werbung

Schwer, vernünftig

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Nicht nur von einer schönen Zukunft reden, sondern auch das Leben heute ein wenig erträglicher machen – das ist vernünftig, das sollen und müssen Sozialisten tun. Wenn sie die Chance sehen, dadurch etwas zu bewegen, dann sollten sie in Regierungen eintreten. Was in den Ländern richtig ist, kann im Bund nicht falsch sein. Eine rot-rote Bundesregierung – warum nicht?

Einfacher würde es allerdings nicht werden, sondern schwerer. Denn die Ausrede, die Hände seien wegen der Bundespolitik gebunden, gilt dann nicht mehr. Zudem würde es innerparteilich Streit geben. Das könnte bis zur Zerreißprobe führen. Rot-rote Erfahrungen in den Ländern gewöhnten zwar an den Gedanken. Die Diskussion um Regierungsbeteiligungen ist aber dadurch nicht verstummt. Es dreht sich keineswegs nur darum, ob im Land X oder Y zu wenig herausgeholt, in den Koalitionsverhandlungen eine Kröte zu viel geschluckt wurde. Auch generelle Vorbehalte gibt es weiter.

Mitregieren im Bund – die Idee ist nicht neu. 2002 boten sich die Sozialisten an, Schröder zu stützen, um Stoiber zu verhindern. Das ging schief. Die Partei verfehlte die Fünf-Prozent-Hürde. Vor den Bundestagswahlen 2005 und 2009 stand fest, dass mit der SPD in ihrem damaligen Zustand auf Bundesebene nichts zu machen ist. Hat sich die SPD wirklich verändert? Immerhin, bis 2013 hat sie noch etwas Zeit dafür.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln