Verteidigung hinter Sprechzetteln

Minister Guttenberg als Zeuge vor dem Kundus-Untersuchungsausschuss des Bundestages

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Nachdem die Kanzlerin am Vormittag eine Regierungserklärung zum Krieg in Afghanistan vorgelesen hatte, erschien ihr Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) am Nachmittag vor dem sogenannten Kundus-Untersuchungsausschuss mit einem dicken Stapel Papier. Jeder Satz in diesen Sprechzetteln war abgewogen formuliert.

Nur ungern wich Karl Theodor zu Guttenberg von seinem Manuskript ab. Festzuhalten ist aus seinen rund 75-minütigen Einlassungen, dass der Luftschlag vom 4. September 2009 bei Kundus, bei dem bis zu 142 Menschen getötet worden sind, nicht nur »militärisch nicht angemessen« war, sondern das er hätte »gar nicht erfolgen müssen«. Mehr noch, zu Guttenberg betonte gestern, dass der Angriff hätte »nicht erfolgen dürfen«, denn es habe keine entsprechende Bedrohungslage durch die im Kundus-Fluss festgefahrenen Tankfahrzeuge gegeben, die »eine so hohe Anzahl von zivilen Opfern – darunter Kinder und Jugendliche – gerechtfertigt hätten«. Der Zeuge hatte eine Gratwanderung zu bewerkstelligen, denn kurz nach Amtsübernahme hatte er das von einem deutschen Oberst befohlene Bombardement als »militärisch angemessen« bezeichnet, das auch, wenn es »fehlerfrei vonstatten gegangen wäre«, hätte stattfinden müssen. Vier Wochen später sagte Guttenb...


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