»Die Linkspartei hat einen prophetischen Charakter«

Der Schweizer Globalisierungskritiker Jean Ziegler über die deutsche LINKE und globale Probleme

Der Schweizer Soziologe und Politiker Jean Ziegler gilt als einer der prominentesten Globalisierungskritiker. Seit Jahrzehnten kämpft er gegen Hunger und Armut und die dafür verantwortlichen kapitalistischen Bedingungen. Der 77-Jährige war viele Jahre Abgeordneter für die Sozialistische Partei im Nationalrat. 2000 bis 2008 war er UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Seit 2008 ist er Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrates. Über globale Politik und die Entwicklung und die Bedeutung von der Partei DIE LINKE sprach mit Ziegler in Berlin Martin Lejeune. Zieglers neuestes Buch »Der Hass auf den Westen: Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren«, erschien vor kurzem bei C. Bertelsmann. Dafür hat Ziegler den »Internationalen Literaturpreis für Menschenrechte« erhalten.

ND: Als Sie während des Interviews in der Hotellobby erfahren haben, dass noch eine Fotografin kommen wird, gingen Sie zurück aufs Zimmer, um den Pullover gegen ein Jackett zu tauschen. Weshalb haben Sie sich umgezogen?
Ziegler: Man muss so bürgerlich, so kleinbürgerlich wie möglich aussehen, wenn man eine radikale Sprache hat.

Aber als Sozialdemokrat sind Sie doch nicht verdächtig, Revolutionär zu sein.
Das stimmt nicht. August Bebel und Jean Jaurès zum Beispiel waren Sozialdemokraten und Revolutionäre, und traten für den revolutionären Bruch mit dem Kapitalismus, als menschenunwürdige, vernunftwidrige Weltordnung, ein. Die kannibalische Weltordnung muss zerschlagen werden. Was aus dem Aufstand des Gewissens entsteht, das ist das Mysterium der befreiten Freiheit der Menschen. Der Morgen des 14. Juli 1789: Kein Mensch hat gewusst, was aus dem Sturm auf die Bastille geschehen wird.

Sie sprachen kürzlich im Haus der Kulturen der Welt &nd...



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