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Herbeigeredet

Peter Kirschey hofft auf Vernunft der Vernünftigen

Der 1. Mai wirft seine Schatten voraus. Gewalt scheint das Wort des Tages zu werden. Ist sie nicht da, wird sie herbeigeredet. Immer und immer wieder. Polizeigewerkschaft, Verfassungsschutz, Bundesinnenminister, CDU-Lokalgrößen – alle stimmen sie ein. Damit wird eine Atmosphäre erzeugt, in der es dann knallt. Knallen soll? Ein geplanter Protest vor der Nazi-Kneipe »Zum Henker« in Niederschöneweide und die beabsichtigte Sitzblockade gegen den Nazi-Aufmarsch in Prenzlauer Berg könnten die Auslöser sein.

Vor einem Jahr noch hatten sich die Braunen in ihrer Köpenicker Festung an ein »Kiezfest« gewagt und die Bürger zu sich auf den Hof geladen. Die glatzköpfige NPD-Garde knabberte an Nackenstaeks und bestaunte die Neugierigen, die hinter die Mauern kamen und sich mit sichtlichem Ekel an die kriegsverherrlichenden Propagandabuden vorbeizwängten. Man spürte es: Keiner konnte mit dem anderen etwas anfangen. So blieben die Nazis am Ende unter sich. Neonazis und das normale Volk – das passt einfach nicht zusammen. In diesem Jahr nun wollen die NPDler wieder auf die Straße. Nur dort können sie provozieren, dumpfen Hass und Fremdenfeindlichkeit aus sich herausbrüllen.

Gut, wenn Antifa-Demonstranten da nicht mitspielen und die Aufschreier durch friedliche Aktionen widerlegen. Das wäre der schwerste Schlag für jene, die Links und Rechts gern in einen Topf werfen.

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