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Tränen durch Birkenpollen

Neue Therapien und herkömmliche Ratschläge für Allergiker

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Der lang ersehnte Frühling bringt für manche Menschen neue Sorgen mit sich: Wenn es grünt und blüht, lassen die Pollen von Erle, Pappel oder Birke sowie Gräsern die Nasenschleimhäute anschwellen und die Augen tränen. Niesen und Schleimbildung folgen. Deutschlandweit sind 18 Millionen Menschen davon betroffen.

Der Klassiker unter den Therapien gegen Pollenallergien ist nach wie vor die subkutane Immuntherapie, bei der die Allergie auslösenden Stoffe in geringer Konzentration unter die Haut gespritzt werden. Sie dauert drei Jahre, in denen der Patient über mehrere Wochen den Arzt aufsuchen muss. Dieser zeitaufwendigen Methode stehen neue Alternativen gegenüber. Zum Beispiel gibt es Präparate, die vor der Blühphase täglich eingenommen werden müssen. In Studien hat sich die sogenannte Gräsertablette bewährt, die der Allergiker täglich auf nüchternen Magen auf der Zunge zergehen lassen muss. Auch dies zieht sich über 36 Monate hin. Die Mitarbeit der Betroffenen ist ausschlaggebend für den Erfolg. Allerdings befinden sich nach zwölf Monaten nur noch 80 Prozent der Probanden in Behandlung, nach 15 Monaten sind es noch 70 und nach 15 Monaten ganze 50 Prozent. Das ist schade, denn die Experten halten diese Behandlungsform für sehr wirkungsvoll, da sie nur wenige Arztbesuche erfordert, eine genaue Dosierung erlaubt und gut verträglich ist.

An einer Schnellkur arbeiten Forscher des Universitätsklinikums Zürich. In einer Studie wurden 100 Teilnehmern zwei Spritzen mit dünn konzentrierten Allergiestoffen in die Lymphknoten der Leiste gespritzt. Fazit: Die Schnellkur hatte den gleichen Erfolg wie die Immuntherapie über drei Jahre. Gute Ergebnisse verspricht auch die an der Berliner Charité angewandte Anti-IGE-Spritze, mit der die Allergiekette unterbrochen wird. Das Immunglobulin IGE ist ein Abwehrstoff aus Eiweiß. Er bewirkt, dass bestimmte Zellen Histamin ausschütten. Allerdings kostet eine Ampulle 500 Euro. Allergiker benötigen monatlich bis zu vier Dosen, weshalb diese Spritze bisher nur bei asthmatischen Erkrankungen von den gesetzlichen Kassen bezahlt wird.

Experten wie Dr. med. Michael Silbermann, Facharzt für Allergologie und Umweltmedizin, raten den Betroffenen, stets darauf zu achten, dass »der Wohnbereich nicht mit Pollenkörpern kontaminiert ist«. Hochsensible Patienten entwickeln bereits bei einer Pollenkonzentration von 35 bis 50 Pollen je Kubikmeter Luft Beschwerden. Fenster und Türen sollten tagsüber geschlossen bleiben. Tageskleidung, die draußen getragen wurde, sollte in der Wohnung gewechselt werden. Vor dem Schlafengehen ist das Haarewschen mit klarem Wasser angebracht.

In unseren Breitengraden gibt es nur sieben Pollentypen, die für den größten Teil der Allergiker Bedeutung haben. Diese Pflanzen blühen über das ganze Jahr verteilt. Sie sind deshalb für die Allergiker relevant, weil sie ausnahmslos windbestäubt werden, und der Wind die leichten Pollen über weite Flächen transportiert.

Service Pollenkalender

Haselnuss: Dezember bis April
Erle: Januar bis April
Birke: März bis Juni
Gräser: April bis September
Roggen: Mai bis August
Beifuß: Juni bis September
Ambrosia: Juli bis Oktober

Pollenflugvorhersage

Wetterlage: Pollenflug

I Niederschlag hält länger, klein bis mäßig
II überwiegend trocken, mäßig
III trocken, windstill od. stark stark
IV trocken, Wind leicht bis mäßig, sehr stark

Pollenkonzentration

(Polle pro m³ Luft), allergische Belastung

I < 4: klein bis schwach
II 4 bis 20: mäßig
III 21 bis 50: stark
IV > 50: sehr stark

Aktuelle Berliner Pollenflugvorhersage: 09001270643
www.met.fu-berlin.de/de/polleninfo
www.MeteoGroup.de

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