Das ewige Pochen

Beethovens »Fidelio« in der Urfassung von 1805 an der Komischen Oper in Berlin

  • Von Irene Constantin
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Am 13. November 1805 hatte Napoleon Bonaparte Wien eingenommen, fast kampflos übrigens. Der Adel war aufs Land retiriert und saß auch eine Woche später noch nicht wieder im Theater, als dort »Fidelio oder Die eheliche Liebe« uraufgeführt wurde. Auch war die Begeisterung für einen französischen Stoff verständlicherweise eher mäßig. Erst 1814 nach zwei weiteren Überarbeitungen kam jenes Werk auf die Bühne, das als »Fidelio« Beethovens einzige und seither die Oper der Hoffnung und Utopie schlechthin ist. Zwischen beiden Fassungen war Weltgeschichte passiert, war Napoleon über Europa gezogen .

Seit Sonnabend weiß man, das eigentlich hoffnungspendende Stück ist das Werk von 1805. Zwei Details nur aus der Reihe der Unterschiede: Ist Leonore für den gefangenen Florestan in seinem Durst-Delirium von 1814 ein ihn umschwebender Engel, Erlöserin wie später Wagners Senta, so durfte sie 1805 noch die handfeste Gattin guter Ehejahre sein. Florestan ...


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