Ungarn nach der Ruhe vor dem Sturm

Wahlsieger Orbán verkündet kompletten Umbau der Nation

  • Von Gabrielle Kardos, Budapest
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Nicht einmal mehr 50 Prozent der Wahlberechtigten gaben in der zweiten Runde der ungarischen Parlamentswahlen am Sonntag ihre Stimme ab. Erwartungsgemäß ging der rechtskonservative Bund Junger Demokraten – FIDESZ mit der ersehnten Zweidrittelmehrheit im Parlament daraus hervor.

In den seit dem ersten Wahlgang am 11. April vergangenen zwei Wochen schien es ganz so, als sei nach dem bereits bombensicher feststehenden FIDESZ-Wahlsieg in Ungarn erst einmal eine Art abwartende Ruhe wenn nicht gar Apathie eingekehrt. Offensichtlich sind viele Bürger, deren Kandidaten in den Wahlkreisen weit abgeschlagen hinter den führenden Rechten lagen, gar nicht mehr zur Wahl gegangen. Von den 176 Direktmandaten räumte die FIDESZ nicht weniger als 173 ab. Die Sozialisten von der USP schafften ganze zwei, und zwar in den beiden Wahlkreisen des 13. Budapester Stadtbezirks, der als das historische und gegenwärtige Zentrum des bürgerlichen und kleinbürgerlichen Judentums gelten darf.

In der zweiten Wahlrunde wurde die Persönlichkeitswahl in all jenen Wahlkreisen wiederholt, in denen in der ersten Runde keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit erzielt hatte. Diesmal genügte eine relative Mehrheit für einen Sitz. Daraus erklärt si...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.