Unten links

Demografisch gesehen: Das durchschnittliche Lebensalter in Deutschland steigt unaufhörlich. Anderes dagegen sinkt unaufhaltsam. Das sogenannte Leseaustrittsalter zum Beispiel, wie deutsche Buchhändler und Bibliotheken in Trauer und Alarmbereitschaft bestätigen. Das heißt: Kinder hören immer früher auf, zum Buch zu greifen. Leseaustrittsalter: Das klingt, als trete man aus einem Verein aus. Oder aus einem kleinen Kreis endlich hinaus ins Freie. Austritte haben – seit die politischen Parteien sind, wie sie sind – den besseren Ruf als Eintritte. Wohin aber, wenn man aus dem Lesen austritt, tritt man nun über? Wahrscheinlich ins Fernsehen. Literatur lehrt die Herzen das Schauen, Fernsehen leert nur den Kopf, fürs pure Zuschauen. So denkt man ans Leseaustrittsalter und fragt sich bestürzt: Was nützt eines späten Tages die gestiegene Lebenserwartung, wenn das, was doch wesentliche Erwartungen ans Leben wecken kann, so früh abstirbt?

hades

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