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Die griechische Tragödie

  • Von Detlef D. Pries
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der Tod dreier Menschen in einem Bankgebäude sei Sinnbild der griechischen Tragödie, schrieb unsere Korrespondentin gestern aus Athen. Eine Tragödie erregt Mitleid und Schrecken. Und in der Tat war es nicht länger der Protest von über 100 000 Demonstranten, der Griechenlands Hauptstadt lähmte, es war das Entsetzen. Anders als im Dezember 2008, als ein 15-Jähriger durch eine Polizeikugel starb, wurden am Mittwoch drei Unschuldige Opfer von Gewalttätern, die sich in die Reihen der Demonstranten gemischt hatten. Vielleicht wollten sie nicht töten, in Kauf nahmen sie Tote sehr wohl. Die Frage, wie es jetzt weiter geht, bewegte auch tags darauf viele Griechen. Müssen sich die Protestierenden durch skrupellose Gewalttäter ins Unrecht gesetzt fühlen?

Gewiss nicht. Der außerhalb des Landes erhobene Vorwurf, die Griechen machten Generalstreiks zum Volkssport, ist dümmlich. Durch die ganze neuere Geschichte der Hellenen ziehen sich wie ein Faden Gewalt, Betrug und Ungerechtigkeiten – begangen von denen, die den Staat wie ihren Privatbesitz behandelten. Ob das griechische »Sparprogramm« unter den Umständen des bestehenden wirtschaftlich-finanziellen Systems alternativlos ist oder nicht: Am Versagen ihrer Regierungen leiden vor allem die am unteren Ende der Einkommensleiter Stehenden. Und die Jugend, die sich ihrer Zukunft beraubt sieht. Das rechtfertigt keine Brandsätze, mit denen Menschen getötet werden, den Protest aber wohl.

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