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Ende April erlebte Carsten Frigge schon einen Rückzug, der 46-jährige CDU-Politiker war zu Gast beim Abschiedsdiner von Walter Stork. Ein Vorgeschmack auf eigene Geschicke? Der Chef des Hamburger Spediteurverbands verabschiedete sich nach langen 25 Jahren in den Ruhestand; für den erst am 31. März zum Finanzsenator ernannten Frigge könnte die Tätigkeit um einiges früher enden. Die Staatsanwaltschaft Mainz ermittelt gegen den gebürtigen Hamburger, einem alten Spezi von Bürgermeister Ole von Beust (CDU), wegen Beihilfe zur Untreue und durchsuchte am Mittwochmorgen seine Wohnung im Stadtteil Harvestehude – ein einmaliger Vorgang in der kaufmannssoliden Hansestadt.

»Ganz individuelle Lösungen für jeden Kunden«, versprach Frigge als Chef der Unternehmensberatung C4 Consulting. Auf maßgeschneiderte Erklärungen wird es in den nächsten Tagen ankommen, wenn der Bücherwurm nicht den Nachkriegsrekord von Bernhard Velthuysen unterbieten will, der 1945 übergangsweise für 80 Tage der Hamburger Finanzbehörde vorstand. Denn unabhängig von der juristischen Stichhaltigkeit der Vorwürfe ist der politische Schaden immens. »Angesichts der schwierigen finanziellen Lage kann sich Hamburg keinen angeschlagenen Senator leisten«, erklärte LINKE-Bürgerschaftsmitglied Joachim Bischoff. Dass diese Äußerung auch problemlos als Kommentar in einer bürgerlichen Zeitung wie dem Hamburger Abendblatt stehen könnte, macht die Sache für Frigge und seine Partei nicht leichter.

Die Rücktritte von Bürgerschaftspräsident Berndt Röder (Glatteis-Affäre) und von Frigges Vorgänger Michael Freytag (lange als zukünftiger Bürgermeister gehandelt) haben die CDU an der Elbe im Jahr 2010 schwer getroffen. In gewisser Weise bestätigt sogar Ole von Beust die Malaise der seit 2001 den Stadtstaat regierenden Christdemokraten. Lange wurde in den eigenen Reihen gemurrt, er berufe zu viele Parteilose in den Senat anstatt treue Parteidiener zu belohnen. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass der Bürgermeister besser bei seiner Linie geblieben wäre – mit der Hamburger CDU ist derzeit wenig Staat zu machen. Sogar die konservative »Welt« urteilte: »Diesen Bürgermeister hat offenbar das politische Gespür verlassen.«

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