Werbung

Athen im Kampf mit dem Spardiktat

Griechisches Parlament von Papandreou zur Zustimmung aufgefordert / Bundestag stimmt heute ab

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Griechenland soll das von den übrigen Mitgliedern der EU verordnete Sparpaket akzeptieren. Ein entsprechendes Gesetz sollte am Donnerstag vom griechischen Parlament verabschiedet werden. Im Deutschen Bundestag wird am heutigen Freitag über den deutschen Anteil am Hilfsprogramm entschieden, wobei von den Oppositionsparteien lediglich die Grünen Zustimmung zum vorgelegten Entwurf signalisierten.

Athen/Berlin (dpa/ND). Die Griechen blickten gestern gebannt auf ihr Parlament. Dort sollte die Entscheidung über das umstrittene Sparpaket fallen. Nachdem die Sitzung unter dem Eindruck der gewalttätigen Ausschreitungen vom Vortag mit drei Toten zunächst vom Abend auf den Mittag vorgezogen wurde, zögerte sich die Abstimmung dann immer weiter hinaus. Der für 13.30 Uhr geplante Beginn der Abstimmung wurde für den frühen Abend erwartet.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte zuvor in einer emotional geladenen Rede an die Abgeordneten appelliert: »Entweder stimmen wir für das Gesetz oder das Land geht bankrott. Wir werden das nicht erlauben. Wir werden alles tun, damit das Land nicht Pleite geht.« Das Sparpaket ist Voraussetzung für die Hilfen des Internationalen Währungsfonds und der Euroländer in Höhe von 110 Milliarden Euro.

Für den Abend waren Mitglieder der zwei wichtigsten Gewerkschaften des staatlichen und privaten Sektors aufgerufen, am zentralen Syntagmaplatz gegen das Sparpaket zu protestieren. Die kommunistische Gewerkschaft PAME rief zur Kundgebung am Omonia-Platz auf.

Inzwischen gingen die Ermittlungen über den tödlichen Brandanschlag auf eine Bankfiliale weiter. Die Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen, dass ein Vermummter zunächst die Scheiben der Bank mit einem Hammer einschlug. Anschließend warfen mindestens drei andere Vermummte Molotowcocktails in das Gebäude. Es werde sehr schwer sein, ihre Identität zu ermitteln, sagten Polizeiexperten. Am Vormittag kamen immer mehr Menschen vor der Bank zusammen und legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Zwei Frauen im Alter von 32 und 35 Jahren und ein 36-jähriger Mann waren bei dem Brandanschlag ums Leben gekommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Europäische Union für einen geschlossenen Kampf gegen Finanzmarktspekulanten gewinnen. Einen Tag vor dem Sondergipfel der Euroländer zur Griechenlandkrise sagte Merkel in Berlin: »Wir müssen jetzt in Europa deutlich machen, dass wir die politische Kraft haben – jeder in seinem Land –, wieder auf den Kurs des Stabilitäts- und Wachstumspakts zusammenzukommen.« Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso appellierte im WDR an die Euroländer, Griechenland geschlossen zu helfen.

Die Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition über eine begleitende Griechenland-Resolution zu den deutschen Milliarden-Hilfen für Athen sind geplatzt. Das erfuhr dpa am Nachmittag aus SPD- und Unionskreisen. Union und FDP können das Gesetz für die Griechenland-Hilfen in Höhe von 22,4 Milliarden Euro bis 2012 zwar mit ihrer eigenen Mehrheit durchsetzen. Der Regierung war aber daran gelegen, als Signal an das In- und Ausland auch die SPD mit ins Boot zu holen. Die SPD-Spitze empfiehlt ihren Abgeordneten nun Stimmenthaltung. In der begleitenden Resolution sollte es unter anderem um Maßnahmen gegen Finanzspekulationen gehen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen