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Berlin erinnert an Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933

Berlin (epd). Mit zwei Veranstaltungen wird am Montag in Berlin an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten vom 10. Mai 1933 erinnert. Am Vormittag (11 Uhr) ist am Mahnmal der Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz eine Lesung mit Texten von Autoren geplant, deren Werke vor 77 Jahren öffentlich verbrannt wurden. Dazu werden nach Angaben der Bundestagsfraktion "Die Linke" als Vortragende unter anderem die 100-jährige Autorin und Zeitzeugin Elfriede Brüning, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Lala Süsskind, der Schauspieler Wolfgang Völz und mehrere Politiker der Linken erwartet.

Am Nachmittag (15.30 Uhr) will die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft ebenfalls am Mahnmal an den Sexualforscher Magnus Hirschfeld (1868-1935) erinnern, dessen Werke auch Opfer der Flammen wurden. Als Redner sind Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (beide SPD) angekündigt.

Am 10. Mai 1933 wurden an 22 Orten in Deutschland öffentlich Bücher verbrannt. Dabei handelte es sich um eine vorbereitete Kampagne der Nationalsozialisten. Für das gesamte Frühjahr sind über 50 öffentliche Bücherverbrennungen dokumentiert.

Allein auf dem Berliner Opernplatz, dem heutigen Bebelplatz, wurden über 20.000 Bände verbrannt. Es waren vor allem Werke jüdischer, linksgerichteter und pazifistischer Autoren. Seit 1995 erinnert auf dem Berliner Bebelplatz das unterirdische Denkmal des israelischen Künstlers Micha Ullmann an die Bücherverbrennung.

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