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Die Macht der Arbeiterzentrale

Boliviens Linksregierung sagt nach massiven Protesten unter anderem Lohnsteigerungen zu

  • Von Benjamin Beutler
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Mit voller Wucht hat Boliviens Linksregierung die Macht der Gewerkschaften getroffen. Zum Generalstreik für mehr Lohn und einem Protestmarsch nach La Paz hatte die mächtige »Arbeiterzentrale Boliviens« (COB) aufgerufen. Dabei ist die regierende »Bewegung zum Sozialismus« (MAS) ein Kind der sozialen Bewegungen und setzte Forderungen um, die vor dem MAS-Wahlsieg 2005 wie ein Traum klangen: Verstaatlichung der Bodenschätze und Umverteilung der Gewinne. Die Schonfrist für die Regierung aber ist abgelaufen, die Basis will spürbare Besserung der Lebensumstände.

Spät, aber rechtzeitig genug, um den ersten Generalstreik in der Morales-Administration zu verhindern, legte La Paz am Dienstag ein neues Angebot zur Lösung des heftigsten Tarifstreits der letzten fünf Jahre vor. In einer Krisensitzung versprach eine sichtlich erschreckte Regierung einen Lohnanstieg um acht Prozent für Arbeiter mit einem Verdienst von weniger als 1000 Bolivianos (141 US-Dollar) im Monat, für den Rest eine Erhöhung um 3,5 Prozent. Das Renteneintrittsalter wurde von 65 auf 58 Jahre gesenkt, für Minenarbeiter von 56 auf 51 Jahre.

Zur Finanzierung einigten sich die Verhandlungsführer auf einen Anstieg des Arbeiterbeitrages um einen halben, den der Arbeitgeber um drei Prozent. Im Gegenzug versprach die »Arbeiterzentrale Boliviens« (COB) die sofortige Einstellung der angelaufenen Proteste. »Wir wollen es ganz klar sagen, nirgendwo im Land gibt es einen Streik, alle Aktivitäten verlaufen normal«, versuchte Präsidentschaftsmini...


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