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Unterwegs in die Gegenwart

Der Schriftsteller LOTHAR TROLLE über Dissidenten, das Proletariat und öde Stillstände

Sein bürgerlicher Name lautet Kaspar Hauser. Von seinem Namensvetter hat er den fremden Blick auf die Wiederkehr des Gleichen in der Tretmühle des Alltags und die Ahnung von einem endgültigen Schrecken, der seine Clownerien schwarz grundiert. Heiner Müller über L.T.

ND: Lothar Trolle, sind wir auf der Welt, um sie zu verstehen? Oder kommt es eher darauf an zu verstehen, dass wir die Welt nicht begreifen, durchschauen können?
Trolle: Wir sollten versuchen, sie zu verstehen. Ob wir die Welt allerdings richtig verstehen, ist eine andere Sache. Erkenntnis rettet vor nichts, aber Suche danach ist kein Mangel.

Der kommunistische Urtrieb: die Welt nicht interpretieren, sondern sie verändern.
Was bei den Kommunisten das Befreiende sein sollte, war freilich das Lähmende – sie trieben den Menschen die Lust am Verstehen der Welt aus, indem sie sagten: Wir haben sie bereits verstanden.

Standen Sie je in der Verführung, in den Westen zu gehen?
Ständig. Aber auch die komfortable Zelle ist eine Zelle.

So viel zur Freiheit.
Mich hat der Westen nicht interessiert, zum Beispiel auch diese ganze Popkultur und sogenannte Postmoderne nicht. Von denen, die in der DDR Dramatik schrieben und in den Westen gingen...







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