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Stromkonzern macht Wellen

Im Ausland setzt E.on auf Erneuerbare

In den Wellen der Meere und in den Gezeiten steckt mehr Energie, als die Menschheit verbrauchen kann. Allerdings stecken die mehr als 100 patentierten Technologien zur Nutzung dieser Energiequelle noch in den Kinderschuhen. Ausgerechnet der hierzulande nicht gerade als Förderer der erneuerbaren Energiequellen bekannte Energiekonzern E.on investiert in Schottland in einen aussichtsreichen Kandidaten zur Stromproduktion aus Wellenenergie: eine 180 Meter lange und 1500 Tonnen schwere, stählerne Seeschlange – den »Pelamis P2 Wave Energy Converter«.

Die erste Generation dieser Kraftwerke, »Pelamis P1«, läuft bereits seit 2004 vor der schottischen Ostküste im Testbetrieb. Drei weitere Seeschlangen wurden zwischen 2008 und 2009 vor der Westküste Portugals getestet. Wegen technischer und finanzieller Probleme wurde der Betrieb der portugiesischen Anlage aber wieder eingestellt. Ihr Problem: Die Anlagen müssen einerseits starken Stürmen trotzen und andererseits auch bei geringem Wellengang noch Strom produzieren.

Der von E.on vorgestellte Prototyp soll sich besser als seine Vorgänger an die Meeresbewegung anpassen können. Die Anlage setzt sich bei starkem Wellengang weniger den Brechern aus, sondern taucht durch sie hindurch, was sie robuster macht als die erste Generation. Noch in diesem Jahr soll die erste Testphase der 750-Kilowatt-Anlage im European Marine Energy Center in Orkney, nördlich der schottischen Küste, anlaufen. E.on verspricht sich wichtige Erkenntnisse zur Weiterentwicklung dieser Art von Wellenkraftwerke und zur Beschaffenheit der europäischen Meeresumgebung. Der Vorstandsvorsitzende von E.on Climate & Renewables, Frank Mastiaux, kündigte an, dass der Konzern bei erfolgreichen Tests die Technologie »bis zur industriellen Reife weiterentwickeln« werde. Dabei hält er die Nutzung der Meeresbewegung zur Stromerzeugung in Zukunft für ähnlich wichtig wie die Wind- und Solarenergie heute.

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