Spurensuche der Verschleppten

Ehemalige Zwangsarbeiter besuchten nach Jahrzehnten Brandenburg/Havel und Michendorf

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Eugeny Harachka in Kirchmöser

Danuta Glizniewicz war erst acht Jahre alt, als sie zusammen mit ihren Eltern von den Nazis nach Deutschland verschleppt wurde. Während ihr Vater und ihre Mutter bei der Reichsbahn arbeiteten, passte sie im Lager auf die Kleinkinder anderer Deportierter auf. Sie hat noch Erinnerungen an das Lagerleben, an die Erdbunker und die Bahngleise. Neun Monate verbrachte sie bis zum Kriegsende in Brandenburg/Havel.

Nun kam sie 74-jährig noch einmal nach Deutschland und spürte Orte aus ihrer Kindheit auf. Die Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung lud sie und andere ehemalige Deportierte aus Polen und Weißrussland ein. Während ihres Aufenthalts besuchten die Gäste das Wolkenberg-Gymnasium in Michendorf und die Oberschule in Wilhelmshorst. Dort berichteten sie von ihren Erlebnissen. »Geschichte ein Gesicht geben« heißt das Projekt.

Im Klassenraum sitzt Stanislaw Lis neben Danuta Glizniewicz. Er kam im Mai 1944 in Brandenburg zur Welt. Nach der Befrei...


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