»Ich spürte nur einen dumpfen Schmerz«

Auf der Migrationsroute von Mittelamerika über Mexiko in die USA sterben jedes Jahr rund 1000 Menschen

  • Von Kathrin Zeiske
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Migration ist kein Zuckerschlecken. Was prinzipiell gilt, gilt insbesondere für die Reise der zentralamerikanischen Migranten ohne Papiere durch das Transitland Mexiko. Amnesty International deklarierte sie zu einer der gefährlichsten Reisen der Welt.

Die Migranten verbindet eine Hassliebe mit der Bestie, dem Zug, der sie ins gelobte Land bringen soll und doch so viele Opfer fordert.

Es ist stockdunkel. Ein Feldweg abseits der Landstraße, Pfützen voller Schlamm, ein Schienenstrang im Gras. Plötzlich ist das Licht zu sehen, erst klein, dann gleißend hell. Noch lange ist nichts anderes zu hören als das durchdringende Zirpen der Grillen und das Quaken vereinzelter Frösche in der Dunkelheit. Der Güterzug ist leise; er kommt ohne Getöse heran. Erst als die Lok mit ihrem blendenden Scheinwerfer vorbeifährt, erfüllt das Rattern der Waggons die Luft. Wie ein Spuk fährt der Zug vorbei; und nur wenn man genau hinsieht, macht man die zusammengekauerten Gestalten auf dem Dach aus.

Sie nennen den Zug die Bestie

Der gerade in Deutschland angelaufene Kinofilm »Sin Nombre« (Ohne Namen) beleuchtet die zwei vorrangigen Lebensperspektiven der meisten Heranwachsenden in Zentralamerika: Der Gang in die Jugendbanden, die sogenannten Maras, oder aber die Auswanderung in die USA sind die einzigen Fluchtwege aus Armut und Chancenlosigkeit....

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